Man hört ja so viel über Quantenmechanik und ihre Mysterien: den überlichtschnellen Tunneleffekt, die Unschärferelation, Materiewelleninterferenz, das EPR-Paradoxon, Hawking's Zerfallstheorie der Schwarzen Löcher...
Diese popularwissenschaftliche Einführung soll klarmachen, daß nicht die Quantenmechanik selbst mysteriös ist, sondern höchstens einige ihrer Interpretationen!
Konsequent müßte man eine Gewehrkugel als gekoppeltes System von circa 1023 Mikroteilchen (Eisenatome) behandeln, doch liegen die Differenzen der Vorhersagen der Quantenmechanik von denen der Klassischen Mechanik in der Regel weit unterhalb der Meßgenauigkeit. In diesem Sinne kann man die Klassische Mechanik als makroskopischen Grenzfall der Quantenmechanik bezeichnen [2].
Eine herausragende Rolle spielt die Quantenmechanik nach Ludwig [3], eine Verfeinerung der von Neumannschen Interpretation [0]. Sie beschreibt keine Einzelsysteme (z.B. Ion in der Paul-Falle); dafür tauchen in ihr die zahlreichen Paradoxien (z.B. EPR [8]) der anderen Interpretationen nicht auf! Auf diese Quantenmechanik beziehe ich mich im folgenden.
Dies führte jedoch auf Paradoxien wie die von Einstein, Podolski und Rosen (EPR) einer instantanen (also überlichtschnellen) Vermittlung dieses Kollapses.
In Experimenten mit Atom- und Molekülstrahlen baut sich das Beugungsbild langsam auf. Ein einzelnes Teilchen ergibt kein Beugungs- oder Interferenzbild, sondern nur einen einzigen Punkt. Erst die Vielzahl solcher Punkte summiert sich zu einem Beugungsbild.
Dies ist eine wunderbare direkte Bestätigung der statistischen Intepretation der Quantenmechanik von Max Born, für die er 1954 den Nobelpreis erhielt, und dies zeigt deutlich, dass die Welleneigenschaft nicht einem einzelnen Teilchen, sondern dem gesamten Teilchenstrahl zukommt.
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[1] G.Grawert: "Quantenmechanik", Aula-Verlag 1989
[2]
J.Schröter:
"Classical Mechanics as a Limit of
Quantum Mechanics",
Ann.Phys. Bd.23, (1969)
[3] G.Ludwig: "Foundations of Quantum Mechanics", Springer 1983
[4] J.Audretsch: "Wieviele Leben hat
Schrödingers Katze?",
BI 1990
[5] F.Hättich:
"Quantenmechanik im
L-Konzept",
Diplomarbeit
Uni-GH Paderborn 1996
[6] M.Ziegler:
"Eine alternative Formulierung der
Quantenmechanik",
Diplomarbeit Uni-GH Paderborn 1997
[7] "Quantenlogik oder klassische Logik: eine vergleichende Einführung"
[8] G.Ludwig:
"Das EPR-Paradoxon als makroskopisches Experiment
und seine Auswirkungen auf unsere Vorstellung von Physik",
Ann.Phys. Bd.42 (1985) 150-168
[9] R.F. Werner: Vorlesung "Grundlagen und Interpretation der Quantenmechanik".