NET-Journal Jahrgang Nr. 7, Heft Nr.9/10(2002). S.44-47

Skalarwellen

Teil 2: Weltgleichung und Wellengleichung als Konsequenzen der

erweiterten Feldtheorie

Von Prof. Dr.-Ing. Konstantin Meyl

direkt am Original kommentiert von Gerhard W. Bruhn

Fachbereich Mathematik der TU Darmstadt

Übersicht

Im Kommentar [14] zu Teil 1 hatte sich ergeben, dass die Meylschen Grundgleichungen nur transversale Wellen als Lösungen besitzen, so dass die Frage nach der Existenz Meylscher Skalarwellen damit bereits negativ beantwortet ist.

Meyl macht aber in Teil 2 einen neuen Versuch, seine Skalarwellen-Hypothese zu beweisen, indem er von "dualisierten" inhomogenen Maxwell-Gleichungen ausgeht. Dazu hat Meyl das Faradaysche Induktionsgesetz um einen sogenannten "hydrotischen" Term  erweitert, der dem Stromdichte-Term im Durchflutungsgesetz entspricht und von Meyl mit seinen Potentialwirbeln in Verbindung gebracht wird. Eine einfache Überlegung zeigt, dass dieser Term, wäre er ungleich Null, durch ein einfaches Experiment nachgewiesen werden könnte. Aber bereits M. Faraday hat dieses Experiment mit negativem Ergebnis durchgeführt. Demnach ist der Meylsche Zusatzterm überflüssig und immer Null: Es gibt keine Meylschen "Potentialwirbel".

Wegen des geringfügigen Mehraufwands führen wir bei unserer Überprüfung den hydrotischen Term weiter mit. Meyl eliminiert in der üblichen Weise aus den inhomogenen Maxwell-Gleichungen je eines der beiden vorhandenen Felder. Die sich ergebende Differentialgleichung (20) hat im Fall konstanter Materialkoeffizienten für alle Feldgrößen die gleiche Form, die Meyl deshalb als seine "Fundamentale Feldgleichung" bezeichnet. Für den Fall nicht vorhandener elektrischer Leitfähigkeit reduziert sich (20) auf die Gleichung (20*).

Im Kommentar [14] zu Teil 1 waren bereits die Meylschen "Regeln" (6) und (7) durch Vorlage von Gegenbeispielen als ungültig erwiesen worden. Die falsche Regel (6) setzt Meyl nun erneut ein, um eine weitere ungültige Ersetzungsregel für die erste Zeitableitung zu produzieren. Dabei unterlaufen Meyl gleich mehrere Fehler: Zunächst ist die Gleichung (24), wie man leicht nachrechnet, für die Umformung (20*) ® (25) untauglich. Man kann aber die für den Übergang erforderliche Gleichung (24') rekonstruieren. Diese berichtigte Gleichung (24') aber lässt sich auch mit Hilfe der (falschen) Gleichung (6) aus Teil 1 nicht herleiten, es sei denn, man akzeptierte die offensichtlich falsche Vektor-Regel v · v g = v v · g. Umgekehrt ist bekannt, dass schon die Meylsche Gleichung (20) keine Skalarwellen zulässt, s. dazu die Abschnitte 1 und 4 in [16]..

Damit ist Meyls Gleichung (25) aus mehreren Gründen der Boden entzogen. Meyl aber zieht unverdrossen aus (25) die erstaunlichsten Folgerungen, was nicht verwundern kann, die Gleichung (25) ist schlicht falsch. Aus der zu Grunde liegenden Gleichung (20*) könnten die Meylschen Folgerungen natürlich nicht gewonnen werden. dazu bedarf es des falschen Übergangs (20*) ® (25), der gerade dazu dient, den Parameter v der ominösen "Relativgeschwindigkeit" aus Teil 1 ins Spiel zu bringen, der dann in (25) auftaucht, obwohl er in (20*) nicht vorhanden war.

Auf einen bemerkenswert schönen Denkfehler im letzten Abschnitt von Teil 2 sei hier schon hingewiesen: Obwohl man bekanntlich Äpfel und Birnen nicht addieren kann, tut Meyl dies im Fall Ortsvektor (Dim. Meter) und Feldstärkevektor (z.B. Volt/Meter) dennoch. Für Meyl wird damit klar, weshalb transversale Wellen mit konstanter Geschwindigkeit reisen, longitudinale Wellen aber nicht. Daraus ergeben sich weitere hübsche Konsequenzen. Für einen Science-Fiction-Roman wäre die Idee sicher gut, nicht aber für eine sich wissenschaftlich gebende Arbeit.

 

Fortsetzung z.Z. nur als DOC-Datei:

http://www.mathematik.tu-darmstadt.de/~bruhn/NJ-Orig2.doc

Kommentar [14] zu Teil 1

http://www.mathematik.tu-darmstadt.de/~bruhn/NJ-Orig.htm