Zu einem Aufsatz von Dr. med. D. Reichwein und Ing. O. Peters

Z.E.S. - Zelluläre Elektromagnetische Systemsteuerung

- Verfahren und Therapie -

von G. W. Bruhn, Fachbereich Mathematik der TU Darmstadt

 

Bekanntlich ist eine Kette so schwach wie ihr schwächstes Glied. In der Kette der wohlüberlegten Argumente beider Autoren für die Z.E.S. in dem oben genannten Artikel findet sich ein Glied, die Seiten IV-V von [1], über dessen Zweck man sich ob seiner Mathematik-Haltigkeit höchlichst wundern mag, richtet sich der ganze Artikel doch eher an mathematisch-physikalische Laien - oder sollte es sein, dass gerade die scheinbare Unangreifbarkeit dieses Abschnitts den Leser von der Hieb- und Stichfestigkeit des übrigen Artikels überzeugen soll?

Nun, wie dem auch sei, dummerweise gibt es Leser, welche diese Sprache verstehen. Als ein solcher will ich mich im folgenden daran machen, die Haltbarkeit dieses Kettengliedes zu überprüfen: Bricht es - wie schade um die ganze Kette!

Der Abschnitt handelt von elektromagnetischen Longitudinalwellen und/oder auch von Potentialwirbeln, erstere gehen auf den Physiker N. Tesla zurück, letztere wurden dagegen von K. Meyl erfunden. Auch die auftretenden Gleichungen stammen von K. Meyl.

Es werden die auf den Seiten IV-V von [1] auftretenden Aussagen mit kurzen Kommentaren zusammengestellt, die Spalten werden dazu durchnummeriert:

(1)       Spalte 1 unten „... dass ... Steuerungsimpulse in Form von Potentialwirbeln, also Longitudinalwellen ... wirksam sind. ...“

Wir entnehmen dem, dass für die Autoren Potentialwirbel und Longitudinalwellen ein und dasselbe sind.

(2)       Spalte 1, vorletzte und letzte Zeile        „... aber auch drahtlos über große Distanzen von Nicola Tesla ...“

            Über die Vorführungen N. TESLAs gibt es nur Zeitungsberichte, aber keine Berichte von Fachleuten, oder gar Veröffentlichungen in wissenschaftlichen Zeitschriften, wie es auch zu dieser Zeit schon üblich war.- K. Meyl hat Teslas Apparat in heutiger Technologie nachgebaut, doch sind bei Meyl nach eigenem Bekunden in [4] Sender und Empfänger stets mit einem Draht verbunden, es findet also bei K. Meyl gewiss keine „drahtlose“ Übertragung statt.

(3)       Spalte 2 oben              „ ... setzte  sich Datentransfer über HERTZsche Wellen durch. Longitudinalwellen wurden nicht weiter beachtet, ...“

            In der Tat: Hertzsche Wellen schwingen transversal (oder lateral), d.h. senkrecht zur Ausbreitungsrichtung, Longitudinalwellen dagegen in Ausbreitungsrichtung. die Attribute „transversal“ und „longitudinal“ schließen sich gegenseitig aus.

(4)       Spalte 2 , 1. Viertel      „... entzogen sich bisher Potentialwirbel einer messtechnischen Erfassung, so dass anstelle des Wirbels irgendwelche Wirkungen ... gemessen wurden. ...“

            Messung bedeutet in der Physik stets, dass die Messgröße an Hand irgendwelcher Wirkungen ermittelt wird: der Leser denke etwa an eine simple Geschwindigkeits-messung.

(5)       Spalte 2 Mitte „... Lateralwellenfeld ...“

            Gemeint ist das Feld der Transversalwellen.

Für das folgende kann man K. Meyls Original (s. Tafel 5.1 in [3]) heranziehen.

in Bild 2 seines Aufsatzes [2]

Der Leser wird vielleicht die Gegenargumente zu den Äußerungen der Herren D. Reichwein und O. Peters so wenig verstanden haben wie schon die Argumente in deren Publikation selbst. Aber halten Sie bitte dem Verfasser zu Gute, dass nicht er diese Diskussion verursacht hat, dass es vielmehr seine Pflicht ist, die Mängel und Widersprüche in dem fragwürdigen theoretischen Teil dieser Publikation aufzudecken. Auch für den mathematisch unversierten Laien mag so zumindest der Eindruck entstanden sein, dass das Kettenglied „Meylsche Theorie“ zerbrochen ist, oder zumindest keine Tragfähigkeit aufweist.

 


Literatur

[1]       D. Reichwein, O. Peters: Z.E.S. - Zelluläre Elektromagnetische Systemsteuerung - Verfahren und Therapie - beginnt unter

http://www.alphabiocell.com/zes_deu_7.htm

[2]       K. Meyl, Longitudinalwellen-Experiment nach Nikola Tesla,

http://www.k-meyl.de/Aufsatze/Skalarwellen/skalarwellen.html

[3]       K. Meyl, Elektromagnetische Umweltverträglichkeit Bd. 1, Indel-Verl. 1997, S. 41, 76-94, eine Kopie von S. 76 (Herleitung der FFG) in

http://www.mathematik.tu-darmstadt.de/~bruhn/FFG.jpg

[4]          K. Meyl, Stellungnahme zu einem Messbericht

http://www.k-meyl.de/Demo-Set/Stellungnahme/stellungnahme.html

Weitere Informationen über Longitudinalwellen, Skalarwellen und die Fundamentale Feldgleichung findet der Leser auf der Homepage des Verfassers

http://www.mathematik.tu-darmstadt.de/~bruhn/